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Kinder kriegen – kann doch jeder? Leider nicht! Zwei Millionen Paare in Deutschland hoffen vergeblich auf ein Baby. Und je länger der Nachwuchs auf sich warten lässt, desto verbissener werden die Bemühungen und die Enttäuschungen immer größer. Unerfüllter Kinderwunsch: eine harte Prüfung für die Liebe. Aber auch für Freunde und Familienangehörige kann das eine schwierige Zeit sein. Das können Freunde und Verwandte tun, damit es gar nicht erst so weit kommt: Das wichtigste: Seien Sie für das betroffene Paar da! Akzeptieren Sie, wenn die zwei vielleicht eine Zeit lang keinen Kontakt wünschen. Diese Entscheidung sollten Sie respektieren. Denn manchmal braucht das Paar einfach Zeit für sich, wenn z.B. schon wieder eine Behandlung fehlgeschlagen ist. In solchen Momenten ist die Trauer oft übermächtig, und die zwei wollen diese durch Gespräche mit anderen nicht noch intensivieren. Aber: Vermitteln Sie den beiden, dass Sie immer für sie da sind, wenn sie gebraucht werden. Zuhören – das ist die beste Unterstützung, die Sie dem betroffenen Paar geben können. Leider gibt es nichts, was Sie sagen können, damit die zwei sich besser fühlen. Das ist natürlich nicht einfach, vor allem, wenn Sie Mitgefühl ausdrücken wollen. Vermeintlich tröstende Worte, wie z.B. „Ich weiß genau, wie du dich fühlst“, sollten Sie unterlassen, wenn Sie selbst gerade entbunden haben oder schwanger sind. Diese Äußerungen führen eher dazu, dass sich das Paar noch schlechter fühlt. Besser ist und tut gut, wenn Sie eine schlechte Nachricht beachten. Einfache Worte, wie „Ich habe davon gehört, es tut mir leid“, können sehr erleichternd sein. Generell sollten Sie versuchen keine Ratschläge zu geben. Nehmen Sie Abstand von Äußerungen wie „Fahrt doch mal in den Urlaub und entspannt Euch. Dann wird es schon klappen“. Verkneifen Sie sich auch leichtfertige Bemerkungen wie „Dann adoptiert ihr eben ein Kind“. Denn Sie können sicher sein, dass das betroffene Paar bereits über diese Variante nachgedacht und herausgefunden hat, dass Adoptionen schwieriger sind als viele meinen, da in Deutschland nur wenige Kinder zur Adoption gegeben werden. Versuchen Sie auf jeden Fall die Entscheidungen ihrer kinderlosen Freunde oder Verwandten nicht zu bewerten. Akzeptieren Sie diese einfach, auch wenn die zwei vielleicht Dinge tun, die Sie selbst merkwürdig oder irrational finden. Vielleicht hört das Paar mit einer Behandlung auf, obwohl es weitere Versuche machen könnte. Oder es unterzieht sich neuen Behandlungen, obwohl es offensichtlich ist, dass auch diese nicht zum Erfolg führen werden. Denken Sie daran: Unfruchtbarkeit führt oft zu heftigen Gefühlen, die Sie selbst wahrscheinlich nicht kennen. Das Paar macht meistens das für sich Richtige. Die meisten ungewollt kinderlosen Paare sind frustriert und manche haben sogar Torschlusspanik, weil sie bereits über 35 Jahre alt sind. Oft gelingt es den Betroffenen nicht, miteinander über ihre Ängste zu sprechen. Eine solche Situation kann zu einer echten Zerreißprobe für die Beziehung werden. In diesem Fall sollten Sie, als Freunde und Verwandte, dem Paar professionelle Hilfe vorschlagen. Gleiches gilt, wenn Sie bemerken, dass Trauer und Depressionen bei beiden über einen längeren Zeitraum anhalten und den Alltag des Paares beeinträchtigen. |