Start Aktionen Puppe
Heute ist der 26 . 04 . 2017
Aktion Kinderwunsch
Aktuelle Termine
Keine Termine
Terminkalender
April 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
Aktion Puppe

Die große Puppen-Protest-Aktion am 30.09.2008 in Berlin

 


Puppen so weit das Auge reicht! Mit dieser aufsehenerregenden Protestaktion warb am 30. September 2008 Aktion Kinderwunsch e.V. vor dem Reichstag in Berlin um erhöhte Aufmerksamkeit für die rund 1,4 Millionen ungewollt Kinderlosen in Deutschland (Quelle: Allensbach Studie 2007). Dafür platzierte der Verein rund 1.000 Puppen. Sie symbolisieren die Kinder, die aufgrund der Kürzungen im Rahmen der Gesundheitsreform 2004 weniger zur Welt kommen. Denn durch die Streichungen werden pro Jahr nur noch halb so viele durch Kinderwunschbehandlung entstandene Kinder geboren wie vorher. Waren es bis zur Gesundheitsreform noch rund 20.000 Babys, sind es jetzt nur noch knapp 10.000. Das entspricht der Geburtenrate einer Großstadt wie Köln, erläutert Pressesprecherin Ina Ganschow (36). Dabei nimmt sie Bezug auf die im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie und des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Diese Kinder würden die Behandlungskosten jedoch um ein Vielfaches in Form von Steuern, Sozialabgaben und Krankenkassenbeiträgen zurückzahlen. Die Einsparungen halte ich für eine Milchmädchenrechnung, fügt Ina Ganschow hinzu.

 


Der Protest wurde von etwa 100 Demonstranten unterstützt, die selbst betroffen sind. Weiterhin überreichten zwei Mitglieder des Vereinsvorstandes, die Pressesprecherin sowie Reproduktionsmediziner Najib N. R. Nassar aus Kassel mehr als 3.400 unterzeichnete Forderungskataloge an die Staatssekretärin Marion Caspers-Merk im Bundesgesundheitsministerium. Die Forderungsschreiben beinhalten die Ziele des Vereins. So kämpfen die Mitglieder insbesondere dafür, dass die Bundesregierung Unfruchtbarkeit als Krankheit anerkennt - wie es die Weltgesundheitsorganisation tut - und für die Wiedereinführung der Vollfinanzierung von künstlichen Befruchtungen durch die Krankenkassen.


Für diese großangelegte Protestaktion sammelte der Verein drei Monate bundesweit Puppen und Unterschriften. Der Forderungskatalog konnte online auf der Vereinshomepage sowie in ausgedruckter Form unterzeichnet werden. Wir sind mit der Resonanz der Aktion sehr zufrieden. Denn viele Betroffene haben Angst in der Öffentlichkeit zu dieser Problematik zu stehen, da ungewollte Kinderlosigkeit in Deutschland ein Tabu-Thema ist. Deshalb hoffen wir, dass wir vor allem die Politiker wachrütteln konnten, Betroffene mehr zu unterstützen. Schließlich ist jedes siebte Paar ungewollt kinderlos, erklärt die Vereinsvorsitzende Tanja Arnold.


Das Protokoll vom 30.09.2008 zum Gespräch zwischen Aktion Kinderwunsch e.V. und Bundesgesundheitsministerium findest du hier.